Neben Dürren und zunehmendem Schädlingsbefall setzen immer stärkere Stürme dem geschwächten Wald zu, wodurch sich große Brachen bilden.
- ggfs. Kosten pro Quadratmeter Wald
- Wachstumsdauer
- Anzahl von Singvögeln, Tier-Arten
- Bildung von Mikroklima
- Einfluss auf Niederschläge und Wasserkreislauf
- Wald = Gegenwart und Zukunft
- Gewinn für die Region, das Land und den Planeten 😉
Der Betrieb – damals und heute
Löwenhagen ist ein etwas über 600 ha großer Forstbetrieb westlich von Göttingen, zwischen dem Solling und dem Reinhardswald. Schon vor rund 700 Jahren kam die Familie von Stockhausen in die Region und seither stellt das Bewirtschaften der Wälder einen wichtigen Bestandteil der wirtschaftlichen Grundlage dar.
Gerade die letzten vier Generation haben sich sehr um den Wald bemüht.
Dann kamen die Jahre 2018 bis 2021, die uns seither vor die bisher größte Aufgabe in der Geschichte unseres Waldes stellen.

Die Ursachen dieser ökologischen wie wirtschaftlichen Katastrophe waren Stürme und maßgeblich der Borkenkäfer bzw. Trockenheit, was dazu führte, dass wir ca. 1/3 (190 ha) unserer Forstflächen verloren. Hauptsächlich betroffen war die Fichte, aber auch anderen Baumarten litten deutlich unter den Dürrejahren. Riesige Kahlflächen, wo vormals gesunde Baumbestände existierten, prägen nun das Bild. Ähnlich ging es zahllosen Betrieben in Deutschland und darüber hinaus, was zu einer katastrophalen wirtschaftlichen Situation in der Forstwirtschaft führte.
Eine Herausforderung
Seither bemühen wir uns um die Wiederaufforstung dieser Flächen um damit auch die ursprünglichen Ökosystemdienstleistungen wieder sicher zu stellen oder gar zu verbessern. Mit größter Anstrengung haben wir bereits einiges erreicht, jedoch liegen noch ca. 110 ha davon vor uns. Das bedeutet zu pflanzen. Und mit der Aufforstung ist es nicht getan. Im Vorfeld müssen die Flächen vorbereitet werden, um optimale Wuchsvorraussetzungen zu schaffen. Danach stehen wichtige Jahre der Pflege gegebenenfalls Nachbesserungen der Kulturen an.

Diese Kalamitäten stellen nicht nur erhebliche Verluste dar und erfordern umfangreiche Investitionen, auch sind die ursprünglich erwarteten Einkommensmöglichkeiten – die Einschlag des wertvollen Holzes – für die kommenden Jahrzehnte infrage gestellt, bzw. weitgehend ruiniert. Somit steht der Betrieb nicht nur vor den zunehmenden Herausforderungen des Klimawandels und dessen Effekten auf den Wald, auch besteht bereits jetzt ein 30%iger „Totalschaden“, der die Wirtschaftlichkeit des Betriebes – und somit auch den Wiederaufbau eines gesunden und zukunftsträchtigen Waldes – grundsätzlich infrage stellt.
600ha
Gesamte Waldfläche
Ursprünglich betrug die Größe unserer Waldfläche über 600ha und bestand überwiegend aus Fichten- und Mischwald.
190ha
Totalverlust
Durch die Folgen des Klimawandels – Stürme, Dürren, Schädlingsbefalls – haben wir binnen weniger Jahre nahezu 1/3 der Gesamtfläche verloren.
110ha
Wiederaufforstung-Bedarf
Vor uns liegt die Herkules-Aufgabe, noch weitere 110ha verwilderter Flächen aufzubereiten und mit resilienteren Baumsorten zu bepflanzen.
Die Vision
Im Zuge der Wiederbewaldung haben wir uns jedoch mehr als nur eine einfache Aufforstungen der zerstörten Waldflächen vorgenommen. Der Wald soll zukünftsfähig, artenreich und so weit wie möglich auch angepasst an weitere klimatische Veränderungen aufgebaut sein. Das bedeutet, das die Betriebsleitung nicht alleine auf eine Naturverjüngung warten kann, da hierdurch zum allergrößten Teil nur die Arten auftreten, die zuvor schon das Bestandesbild geprägt hatten: überwiegend Fichte, aber auch Pioniere wir Birke und Esche.

Jede Aufforstung sollte zügig geschehen, um eine Vergrasung und „Brombeerwildnis“ zu vermeiden: Ein solcher Bestand wäre über viele Jahre nicht für eine angepasste Waldentwicklung und deren Ökosystemdienstleistungen geeignet. Auf guten Böden sollte daher jede Fläche spätestens im dritten Jahr aufgeforstet worden sein. Unter normalen Bedingungen ist es auf organisatorischen Gründen kaum möglich, mehr als 10 ha pro Jahr aufzuforsten. Die Kosten belaufen sich auf grob 8.000 € je ha: Somit ist auch aus finanzieller Sicht eine schnelle Wiederbewaldung für den Betrieb eine deutliche Überforderung.
Um eine Umsetzung zu ermöglichen, in der den oben genannten Herausforderungen und dem Ziel der höheren Klimaschutzleistung begegnet werden kann, wurde ein Konzept erarbeitet. Danach erzielt die Wiederbewaldung eine höhere Klimaschutzleistung als die „normale“ Alternative die Nutzung der Naturverjüngung und kleinflächige Aufforstungen über viele Jahre.

Im Weiteren wird nun unterschieden zwischen dem Vergleichsszenario („Baseline“), in dem die Wiederbewaldung vorrangig durch Naturverjüngung vorhandener Arten (überwiegend Fichte und Pioniere) stattfindet, und dem Projektszenario: Hier wird die Wiederbewaldung durch Einbringen angepasster und zukunftsfähiger Baumarten in Mischung zügig umgesetzt (unter Berücksichtigung von einer gewünschten Naturverjüngung auf etwa 10% der Fläche). Beide Szenarien wurden mit dem Waldwachstum-Tool des Waldklimastandards hinsichtlich der jeweiligen Klimaschutzleistung berechnet.
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Forst Löwenhagen
Rittergut Löwenhagen
37127 Dransfeld
info@forst-löwenhagen.de
0171/5287184